Projekt
Verwaltungsgebäude Unternehmensgruppe August Fichter
Produkt
TIMax® GL im System Ug 0,8, TIMax® LT Lichtstreueinlage
Jahr
2015
Ort
Raunheim
Projektbeteiligte
Pauly + Fichter Planungsgesellschaft mbH

Verwaltungsgebäude Unternehmensgruppe August Fichter

Zeitloses Verwaltungsgebäude mit Profilglasfassade 

Verbesserte U-Werte mit neuem Profilglasaufbau – System Ug 0,8
 

Herford, April 2018. –Das junge Architektenduo Eun-A Pauly und Fabio Fichter plant für die August Fichter Gruppe den neuen Firmensitz in Raunheim bei Frankfurt. In der designorientierten Nordfassade des Verwaltungsgebäudes wechselt sich Profilglas mit Fenstern ab. Zwecks Wärmedämmung und als Überhitzungsschutz kommt das Glasgespinst TIMax GL der Herforder Wacotech GmbH & Co. KG zum Einsatz

Ursprünglich hatte die Unternehmensgruppe August Fichter, ein Konglomerat aus unterschiedlichen Baufirmen, ihren Sitz im hessischen Dreiech. Da die alten Gebäude stark sanierungsbedürftig waren, kann das Familienunternehmen dem guten Angebot der Stadt Raunheim nicht widerstehen und erwirbt in einem neuen Gewerbegebiet ein 15.000 Quadratmeter großes Grundstück für den neuen Firmensitz. Den Planungsauftrag erhält das Büro Pauly + Fichter Planungsgesellschaft. Auf dem lang gestreckten Grundstück an einer Allee sollen ein Verwaltungsgebäude, ein Magazin und eine Werkstatt sowie der Betriebshof für die Baufahrzeuge entstehen.

Herausforderung: Lärmschutz und Wärmedämmung
Die große Herausforderung für die ambitionierten Architekten ist neben der Wärmedämmung der Lärmschutz, liegt das Gebiet doch in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens. So entscheidet man sich für eine Fassade aus zweischaligem Profilglas mit einer transluzenten Wärmedämmung, die hervorragende statische Eigenschaften aufweist und in architektonisch anspruchsvollen Fassaden gut anzuwenden ist.

Das Profilglas besteht im Wesentlichen aus U-förmigen Glasbahnen, die in ein Rahmenprofilsystem eingesetzt und seitlich mit Silikon abgedichtet werden. Durch den Einsatz der Dämmeinlagen TIMax GL von Wacotech wird der Wärmeschutz wesentlich verbesset und eine Ug Wert von 0,79W/m²K erreicht.

Betonrahmen umfasst Fassade
Die Nordfassade des 4-geschossigen Gebäudes ist von einem auskragenden Rahmen aus Betonfertigteilen eingefasst, der auch das, sich über zwei Geschosse erstreckende, Foyer umfasst. Anthrazitfarbene Riemen umsäumen die einzelnen Geschosse. Das Profilglas, welches in unterschiedlichen Breiten in die Fassade gesetzt ist, wechselt sich mit den Fenstern ab und wirkt auf den Betrachter wie ein Barcode. Da die Architekten das Gebäuderaster auf das Fassadenraster abgestimmt haben, versetzen sie die Büros in den einzelnen Geschossen entsprechend, so dass die Bürotrennwände nicht übereinander stehen.

Äußerst exakte Fassadenplanung
Die beiden Architekten haben die Nordfassade des Verwaltungsgebäudes äußerst detailliert geplant. Schneidet im Normalfall das Glasbauunternehmen das Glas auf die passende Breite zu, um zum Beispiel die letzte Lücke zum Rahmen zu verschließen, so war bei der Fassade des Verwaltungsgebäudes die Vorgabe kein Glas zu schneiden und überall denselben Fugenabstand von vier Millimetern zu haben. Daher plant Pauly + Fichter Lamberts-Profilgläser unterschiedlicher Breiten ein und stellt dem Glas- und Metallbauunternehmen Metz detaillierte Zeichnungen zur Verfügung, aus denen hervorgeht, welches Glas, wo eingesetzt wird.

Insgesamt sind ca. 516 Quadratmeter der transluzenten Wärmedämmung TIMax GL in zwei Lagen in der Nordfassade eingebaut. Der überwiegende Teil des Profilglases ‑ ca. 255 Quadratmeter Fassadenfläche ‑ ist mit dem schmalsten Profil des Glasherstellers Lamberts, dem LINIT P23/60/7, ausgeführt. Dies hat eine Außenbreite von 23,2 Zentimeter. Bei ca. drei Quadratmeter Fassadenfläche kommt das Profil Lamberts LINIT P26/60/7 mit einer Außenbreite von 26,2 Zentimeter zum Einsatz.

Neues System zur Wärmedämmung eingesetzt
Um eine besonders hohe Wärmedämmung zu erreichen, planen die Architekten das neue System Ug 0,8 von Wacotech ein. Damit sind im Profilglas deutlich verbesserte U-Werte zu erreichen, indem der Scheibenzwischenraum von 130 Millimeter auf 152 Millimeter vergrößert wird. Dies geschieht, indem zwei einschalige Profilglassysteme mit 152 Millimeter Abstand gegeneinander gesetzt und zwei Lagen von TIMax GL eingebracht werden. Erreicht wird dadurch ein Ug Wert von 0,79W/m²K. Der Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert), ein Maß für die Sonnenschutzeigenschaften, verbessert sich auf 0,19. Das System bietet zudem eine optimale Lichtstreuung und Lichtverteilung in die Raumtiefe.

Bauherr und Nutzer zufrieden
Pauly + Fichter hätte gerne die Nordfassade auf der Südseite gespiegelt. Zum Planungszeitpunkt geht man vom Energieträger Gas aus. Um die ENEV zu erfüllen, planen die Architekten auf der Südseite eine traditionelle Blockfassade mit einer vorgehängten Glasschale, die sich optisch an die Nordfassade anpasst. Hier sind 245 Quadratmeter der Sonnenschutzeinlage TIMax LT auf der Innenseite der Glasschale aufgetragen, um vor sommerlicher Überhitzung zu schützen. Während des Bauprozesses ändert die Stadt Raunheim jedoch den Energieträger von Gas auf Fernwärme. Wäre das zu Planungsbeginn bekannt gewesen, hätten die Planer auch die Südfassade mit einer Profilglasfassade mit der transluzenten Wärmedämmung von Wacotech realisiert und damit die ENEV erfüllen können. Bauherr und Nutzer sind zufrieden mit dem Ergebnis und fühlen sich am neuen Firmenstandort äußerst wohl.


Bauherr
August Fichter GmbH & Co. KG Holding, Raunheim
(www.august-fichter.de)

Architekt
Pauly+Fichter Planungsgesellschaft mbH, Neu-Isenburg
(www.pauly-fichter.de)

Glasbauer
Metz GmbH Glas- und Metallbau, Wilnsdorf, (www.metz-gmbh.net)

Profilglas
Lamberts Linit P23/60/7, (www.lamberts-info)